Einen siberian husky zu besitzen
Bedeutet viel. Das bedeutet z. B. daß man Wissen über seinen Ursprung, seine Eigenschaften, seine Merkmale, seine Ansprüche und seine schwachen Seiten hat.
Seinen Ursprung hat er im Osten von Sibirien. Dort wurde er von kundigen Eskimos gehalten und gezüchtet. Im Gegensatz zu allen anderen Polar- Rassen war der Siberian Husky ein wertvolles Eigentum für seine Besitzter. Ich will das gerne deutlich machen :
Wenn die Jäger von einer Jagd nach Hause kamen, bekamen zuerst die Hunde, dann die Kinder, danach die Jäger und zum Schluß Frauen und alte Menschen.
Besonders schöne Tiere wurden den Göttern geopfert.
Alle anderen Polar Rassen lebten nur unter den Wintermonaten zusammen mit Menschen. Im Sommer waren sie sich selbst überlassen. Diese Hunde lebten von dem, was Menschen übrig ließen oder was sie sich selbst erkämpften.
Der Siberian Husky lebte also im Gegensatz zu diesen mehr wie ein Familienhund. Bei extrem harten Wetter durfte er sogar bei den Kindern schlafen. Das hielt ihn und auch die Kinder warm.
Jede Familie hatte nicht mehr als 7 10 Hunde , die in erster Linie als Schlittenhunde gebraucht wurden.
Dabei verließ man sich auf Hundens Instinkt, Klugheit und Intelligenz. Der Leiterhund führte das Gespann sicher über Eis und Schnee. Er erkannte zeitig, wenn sich Gefahren zeigten, sei es schwaches Eis, Ravinen, Raubtiere oder Sturm.
Ja, der Hundeführer wählte die Richtung, aber die Hunde wählten den Weg. Sie machten die Reise unter den damals gegebenen Umstände so sicher wie möglich. Die Sicherheit des Schlittenführers, der Last, ja, der ganzen Familie war abhängig von der Intelligenz, dem Können und der Selbstständigkeit der Schlittenhunde.
Der Siberian Husky durfte auch an der Jagd teilnehemen. Er jagd Elche, Renntiere, Hasen, Vögel, ja alles was man Essen kann.
Familiens Essensvorräte waren somit zum Teil auch abhängig von der Geschicklichkeit, Ausdauer und Schnelligkeit der SHs.
Der SH war ein geschätztes Familienmitglied. Er war lieb, ergeben und frei. Er mochte Menschen im allgemeinen und besonders Kinder. Man konnte mit ihm schmusen und toben und ihm allerlei Kunststücke beibringen.
Alle diese wertvollen Eigenschaften die der SH har sind ein Resultat von sorgfältiger Zucht und Auswahl. Dies macht ihn zu einem Pachtner und nicht nur zu einem guten Hund.
Die Eigenschaften die der SH hat, sind das Resultat von Zucht und den Aufgaben, die er auszuführen hatte.
Es ist eine reine, ursprüngliche, gesunde Rasse. Bisher sind noch keine sogenannte rassentypische Krankheiten wie Hüftgelenksfehler und Augenkrankheiten vorgekommen.
Ja, sogar das vom Stammvater, dem Grauwolf, kommenden ursprüngliche Verhalten findet man vollständig bein SH. Im Gegensatz zum SH sind alle anderen Rassen mehr oder weniger nur noch Wolfs Welpen.
Ein SH ist intelligent.
Sein Lernwille und seine Fähigkeit, eigene Problemlösungen zu finden, machen ihn zu einem Hund auf den man sich in der Natur verlassen kann. Das hat schon unseren nördlichen Vorvätern ermöglicht in der kalten, kargen und gefährlichen Wildnis zu überleben.
Ich sagte es schon einmal, seine Intelligenz machen ihn zu unserem Partner und zu einem Individ, daß eigene Beschlüsse fassen will und kann.
Das bedeutet, daß ein SH ein selbständiger Hund ist.
Man kan nicht erwarten, daß er genauso dressierbar ist wie ein z.B. ein Schäferhund. Dressur bedeutet Zwang und Zwang liebt der SH nicht. Alles was er tut, will er tun um seinem Eigentümer oder besser gesagt, Partner, zu gefallen. Er macht das aus Zuneigung und Einsicht einen ALPHAhund vor sich zu haben. Er ist also absolut kein pflegeleichter Hund. Aber er ist treu und anhänglich und sehr lernwillig. Sein Selbständigkeitsdrang treibt ihn oft dazu sich aus seinem Hundezwinger auszugraben oder auszukneifen um irgendeinem Wild oder auch nur Nachbars Katze hinterher zu jagen.
Unsere Vorväter konntem ihm diese Freiheiten einräumen, denn sie wußten, daß er immer wieder von seinen Ausflügen nach Hause kam. Leider geht das in unseren Tagen nicht mehr so leicht. Da gibt es Nachbarn die gestört werden, Wild das nicht gehetzt werden darf und Straßen wo man überfahren werden kann.
Der SH ist ein freundliches, anhängliches Tier das am Liebsten im Rudel lebt.
Er ist kein Wachthund oder Schutzhund aber er kann als ausgewachsener Hund Fremden gegenüber etwas reserviert sein. Er ist ein geduldiger, kinderlieber Schmusehund, der nahen Kontakt mit dem Menschen braucht. In ausschließlich im Hundezwinger leben zu lassen ist nicht gut für ihn. Er will zusammen mit Menschen leben. Ein Hundezwinger oder Rasthof ist ihm und seinem Freiheitsdrang sehr willkommen, aber er will auch sehen wie seine menschlichen Rudelmitglieder leben und er will dabei sein, nicht außerhalb. Er ist auch sehr verträglich mit andrern seiner Rasse. Zusammen sind sie ja stärker und schneller. Er liebt es im Team zu arbeiten.
Der SH ist ein Arbeitstier. Das ist absolut nicht negativ oder herabsetzend gemeint. Ganz im Gegenteil. Das ist ein Lob, eine Auszeichnung. Er mag es, gefordert zu werden. Er liebt harte Arbeit und Herausforderungen. Man kan fast sagen : je härter, je lieber. Was er macht, will er mit und für seinen Besitzter machen. Das bedeutet ja nicht, daß man ihn überbelasten soll. Ein gut trainierter SH findet schnell sein eigenes Tempo und kann dies über Stunden hinaus durchhalten.
Für ein gutes Training ist es wichtig, daß man alle Muskelgruppen beachtet, die, die für Schnelligkeit sorgen und die, die man braucht für zu ziehen . Dabei kommt es ja auch an, zu welchem Zweck man ihn hält.- Macht man viele Ausflüge mit dem Schlitten oder nimmt man Teil an Rennen.- Man paß das Training dem entsprechend an. Trainieren muß man regelmäßig, nicht täglich aber mehrmals in der Woche.
Sein Aussehen
Der SH ist ein mittelgroßer Hund mit harmonischen Proportionen und grazielem Knochenbau was ihm ein leichtes , fließendes bewegen ermöglicht. Er hat ein dichtes Fell von wahlfreier Farbe, einen schönen Kopf mit aufrechtstehenden Ohren, schrägstehenden freundlich und klug blickenden Augen von blauer, brauner oder gemischten Farbe und eine deutliche Gesichtszeichnung. Sein Schwanz ist buschig und oft ruht er im leichten Bogen über dem Rücken. Der SH hat ein ansprechendes Temperament.
Mehr Information bekommt man vom Kennelclub.
Was ein SH braucht ist vor allem der nahe und liebevolle Kontakt zu seinem Besitzer und eine verständnisvolle Ausbildung und Führung. Er will lernen. Man kann ihm allein oder mit anderen zusammen beibringen zu ziehen, schnell zu laufen, unterscheiden zwischen rechts und links, vorwärts, stop, geradeaus, sitz, Plats, komm, wend um Es ist fast grenzenlos was ein SH lernen kann. Alles liegt am Enthusiasmus, Können, Wollen, Interesse, Vertsändnis und an der Geduld und Liebe die ihm sein Besitzer entgegen bringt. Sie können mit ihrem SH Fahrad fahren, Ski fahren, Pulka oder Schlitten ziehen, joggen, gehen, laufen, er mag alles wenn er es zusammen mit ihnen macht. Das bedeutet, daß ein SH Stimmulanz, Ausbildung und Bewegung braucht. Ich sagte schon, daß er Zwang nicht mag. Er muß mit Liebe, Vertsändnis und Freude trainiert werden. Man darf seinen Willen nicht brechen. Es ist besser, wenn man ihm lernt, den Willen seines Bestizter ausführen zu WOLLEN .
Der SH braucht ein gutes Heim, gerne einen Rasthof und eine eigene Hütte, aber auch Zugang zum Haus oder zur Wohnung. Er braucht regelmäßig Bewegung und genügend Stimmulanz. Man kan ihn in der Wohnung halten. Sein Pelz paßt sich dem Klima an. Er mag Schatten im Sommer und einen trockennen und zugfreien Platz im Winter.
Natürlich braucht er regelmäßige Pelzpflege, ab und zu ein Bad ( aber nicht zu oft ) richtiges Futter, einen eigenen Schlafplatz und immer Zugang zu frischem Wasser. Man solte beachten daß ein SH an Tagen da er nicht hart arbeitet weniger Kalorien verbraucht und ihm dementsprechend Futter gibt. Bei extrem harten Belastungen ist es gut Traubenzucker zu geben, damit ein sinkender Blutzuckergehalt nicht zu einem Kollaps führt. Aber am wichtigsten ist es wohl doch, daß er jemanden hat, der ihn liebt und mit dem er zusammen sein kann.
Einen Siberian Husky zu besitzen bedeutet einen schönen, lieben, schelmischen, pfiffigen, klugen, treuen und arbeitswilligen Freund und Partner zu haben.
Brigitte Niederau